Archiv

Home / Archiv

Graveur-Bücher

Im Jahr 2013 konnte unser Archivar bei einem wiener Antiquitätenhändler drei Bücher erwerben: Ein Verbindungsverzeichnis mit Namen, Zirkeln und teilweise auch Bandbeispielen, zusammengefügt von einem Graveur. Die Bücher wurden freundlicherweise vom Österreichischen Verein für Studentengeschichte eingescannt und wir dürfen sie hier zur Verfügung stellen.

 

Artikel im „Acta Studentica – Österreichische Zeitschift für Studentengeschichte“, 46. Jahrgang, Juni 2015, Folge 192
+
„Vor längerer Zeit hat Mag. Christoph Heimerl bei einem Antiquitätenhändler in Wien drei handgeschriebene Bücher mit unzähligen Verbindungsnamen erworben, mit Angaben der Zirkel, meist auch der Farben (schriftlich oder mit einem Stück Band) und des Standortes. Bei näherem Ansehen gehören zwei Bände zusammen (alphabetisch geteilt) und der dritte ist eine Zusammenfassung der beiden anderen, also offenbar etwas jüngerem Datums. Die Vielzahl sudetendeutscher und jüdischer Verbindungen aus dem Bereich der gesamten Monarchie lässt darauf schließen, dass die Bücher noch vor dem Ersten Weltkrieg begonnen wurden. Sind viele Eintragungen noch mit schwarzer Tinte geschrieben, so finden sich auch solche weitaus jüngeren Datums mit Kugelschreiber. Die offensichtlich als Nachschlagewerke verwendeten Bücher sind sehr abgegriffen, standen also viele Jahrzehnte in Verwendung. Auffallend ist, dass es keinerlei Angaben über die Mützenfarben gibt, dafür aber die Zirkel (Z) durchgehend außerordentlich präzise wie eine Vorlage für einen Graveur dargestellt wurden, ja sie scheinen das Wichtigste an dieser Sammlung zu sein. Wer benötigt so etwas? Vermutlich kommt hier nur ein inzwischen verschwundenes Geschäft in Frage: die Metallwaren- und Graveur-Firma Edmund Seegebrecht, die in Wien 8., Josefstädterstraße 9, ihren Sitz hatte und im studentischen Bereich auf Zipfe aller Art spezialisiert war. Etwa 1963 übernahm ein Oswald Hertl das Geschäft, das aber schon in den 1970er Jahren geschlossen wurde. Zu vielen der angeführten Verbindungen konnten in der Literatur keine Hinweise gefunden werden, sie waren also wahrscheinlich nur kurzlebig, oft Ferialverbindungen und vereinsbehördlich nicht konstituiert. Nähere Angaben, wie „p(ennal)“, „B(urschenschaft)“, „C(orps)“, „k(atholisch)“ usw. finden sich nur vereinzelt. Verwirrend sind oft viele gleichnamige Verbindungen mit unterschiedlichen Farben oder Zirkeln. Auch gibt es durchaus bei den Verbindungsnamen oder dem Standort Schreibfehler, aber die waren eben für einen Graveur auch unwichtig. (...)“

OVfstg_Logo

unbekannte Verbindungen

Im folgenden sind die Verbindungen mit den jeweils vorhandenen Angaben angeführt, zu denen in der Literatur keine Hinweise gefunden werden konnten. Jeder Hinweis zu ihrer Geschichte wird dankend entgegengenommen. E-Mail

Alle Verbindungen