Der „Genderwahn“

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Der „Genderwahn“

Über Gender-Studies, Genderismus, Gender Mainstreaming und Genderwahn. Von Kbr. MinR Mag.iur. Adi Leitner v. Adi (HEW).

Man kann kaum eine Zeitung aufschlagen, ohne mit einem LGBTTIQ (= Lesbian, Gay, Bisexual, Transsexual, Transgender, Intersex, Queer) – Gender- oder Diversity-Statement konfrontiert zu werden, mit Statistiken betreffend Gender-Pay-Gap und mit Interviews mit kinderlosen Psychologinnen, die uns erklären, dass wir unsere Kinder falsch, weil nicht antiautoritär, nicht antihomophob und zu wenig antiheteronormativ erzogen haben.

Weil ich wissen wollte, woher das ganze kommt, wie Menschen ticken, die ernsthaft behaupten, nicht nur das soziale Geschlecht (Gender), sondern auch das biologische Geschlecht sei ein gesellschaftliches Konstrukt (Judith Butler) und daher auch jederzeit frei verhandelbar, habe ich auf der Uni Wien Gender-Studies studiert.

Worum geht es bei Gender Studies?

Eigentlich sollte es ein Studium sein zum Erkennen und Erforschen des Verhältnisses, der Verhältnisse der Geschlechter untereinander. Tatsächlich geht es fast ausschließlich um Feminismus, um Geschlechterideen rund um LGBTTIQ und vor allem um Marxismus.

Und Genderismus, ein Kampfausdruck der Gegner der von oben verordneten und ausufernden Gehirnwäsche, verbunden mit Meinungsterror, auch und vor allem gegenüber Kindern, mit Denkverboten, Diffamierung Andersdenkender und schlussendlich verbunden mit Maßnahmen, die im Endeffekt auf die Zerstörung (neudeutsch: Dekonstruierung) der Familie hinauslaufen, ist ein Wegbereiter für den so herbeigesehnten realen Sozialismus.

Die bisherigen sozialistischen Revolutionen waren alle nur kurz- bis mittelfristig erfolgreich. Die Kommunisten ermordeten ein paar Millionen Kontrarevolutionäre, eigneten sich deren Vermögen an und fingen gleichzeitig an, das verbliebene Volk in ihrem Sinn umzuerziehen.  Aber kein international- oder national-sozialistisches Regime hat sich auf Dauer gehalten. Mittelfristig waren alle Terror- und Umerziehungsmaßnahmen umsonst. Immer wieder entstanden Millionen schwer kontrollierbare Widerstandszellen – nämlich Familien, in denen die Kinder den Eltern mehr geglaubt haben, als den gleichgeschalteten Lehrern und Komsomolführern (Anm. der Red.:  Komsomol war die Jugendorganisation der KPdSU /„Kommunistischer Jugendverband“). Das haben einige Kommunisten erkannt, wie z.B. Wilhelm Reich und seine Epigonen oder der Kommunenführer und Sexualverbrecher Otto Muehl. Aber ebenso auch Feministinnen um Judith Butler.

Erfolgreich wird sich der Marxismus erst dann halten können, so ihre logische Schlussfolgerung, wenn bereits im Vorfeld die „kleinbürgerliche Familie als Keimzelle aller Faschismen“ (Zitat Otto Muehl) dekonstruiert d.h. auf immer zerstört ist. Dazu ist es natürlich hilfreich, vorerst die evidenten Unterschiede zwischen Frau und Mann zu leugnen, damit niemand auf die Idee kommt, dass unterschiedliche Begabungen und Interessen einander fruchtbringend ergänzen können und somit Ziele zu zweit leichter erreicht werden können.

Am besten fängt man mit der Gehirnwäsche bereits im Kleinkindalter an. In „fortschrittlichen“ Wiener Kindergärten werden Buben gezwungen, sich als Prinzessinnen zu verkleiden, Mädchen werden die Puppen weggenommen. Volksschulkinder müssen sich mit LGBTTIQ- Themen auseinandersetzen. Das traditionelle Familienmodell wird als Ort der permanenten psychischen und physischen Gewalt und der Ausbeutung denunziert, in Gymnasien werden verfälschte Scheidungsziffern kolportiert, um zu suggerieren, die Familie wäre ein Auslaufmodell. In allen Universitätsstudien müssen irgendwelche Gender-Vorlesungen besucht werden, in denen die Gleichstellung der 256, 512 oder 1024 verschiedenen Geschlechter nur durch den Marxismus als erreichbar hingestellt wird.

In den Gender Studies (Verhältnis zwischen den Geschlechtern) schafft man es vier Semester lang, Worte wie Wertschätzung, Verständnis, Attraktivität, Unterstützung, Zuneigung oder horribile dictu das Wort Liebe zu vermeiden.

{{title|{{Adam and Eve}}}}1526{{Technique|oil|panel}}{{Size|cm|117|80}}Es werden von den Marxistinnen und Marxisten, die an vielen Schalthebeln der Macht, v.a. in den Massenmedien, sitzen, alle Register gezogen, um uns die Familie madig zu machen und eine Gesellschaft zu propagieren und zu formen, die endlich bereit ist für die Segnungen des realen Sozialismus. Und sie werden immer schriller, ja geradezu hysterisch (Siehe den Hype um Conchita Wurst).

Klar, dass man, wenn man auf eine bevorstehende umfassende proletarische Weltrevolution setzt, keine Zeit hat für „Kleinigkeiten“, wie echte Chancengleichheit der Geschlechter, die seit den Amsterdamer Verträgen von 1997/1999 als Gender-Mainstreaming ein erklärtes Ziel der Europäischen Union ist. Gender-Mainstreaming bedeutet nämlich, die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern bei allen Entscheidungen auf allen gesellschaftlichen Ebenen zu berücksichtigen, um so die Gleichstellung der Geschlechter durchzusetzen und unterscheidet sich von expliziter Frauenpolitik dadurch, dass beide Geschlechter gleichermaßen einbezogen werden sollen. Ein Gebiet, wo wirklich noch viel zu tun ist.

Klar verurteilen möchte ich jedoch den Ausdruck Genderwahn, eine Bezeichnung, die Personen, die sich für die Gleichstellung der Geschlechter einsetzen, pauschal verunglimpft und durch diese perfide Wortwahl gleichsam pathologisiert, die Menschen mit anderer Meinung schlichtweg als wahnsinnig erklärt und somit jeden weiteren Diskurs verunmöglicht.

Die gleiche Strenge würde ich mir allerdings auch für die pathologisierenden Zuschreibungen homophob, transphob, islamo- oder sonst irgendwie –phob wünschen. Eine Phobie ist eine ärztlich zu behandelnde schwerwiegende Angststörung.

Wenn mir z.B. der ORF in sehr kurzen Abständen und immer wieder Homosexualität als intellektuelle Leistung verkaufen will und ich sage, dass mich diese Indoktrinierung stört, ist das nicht die Auswirkung einer Krankheit, sondern lediglich meine freie Meinung. Der Gebrauch von Worten, wie Genderwahn,  Xenophobie, Transphobie, Islamophobie oder Homophobie sind daher klar zu verurteilende Angriffe auf das Recht der freien Meinungsäußerung.

Die meisten Personen in meinem Bekanntenkreis bedienen sich einer besonnenen Rhetorik und auch die meisten Kartellbrüder unterstützen sinnvolle Maßnahmen zum Erreichen von echter Gleichstellung. (Das „Binnen-I“ gehört nicht zu diesen Maßnahmen, es verärgert nur, auch Wohlgesonnene. Und es ist nicht barrierefrei!). Und es gäbe vielleicht noch mehr Männer, die die Anliegen von Gender Mainstreaming unterstützten, wären die Zahlen, die man uns täglich vorhält, seriöser ausgewählt und seriöser interpretiert.

Ich kenne aber leider auch Personen, auch in unseren Reihen, die sinnvolle Maßnahmen nach wie vor boykottieren. Hier ist es unser aller Aufgabe, die letzten Dinosaurier umzustimmen und sie davon zu überzeugen, dass nur eine Gesellschaft, in der die Geschlechter einander mit Respekt und Wertschätzung begegnen – das inkludiert, allen gleichwertige Chancen zu ermöglichen – eine lebenswerte Gesellschaft ist.