Religionsunterricht abschaffen?!

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Religionsunterricht abschaffen?!

Von Bbr. wHR i.R. Dipl.Ing. Friedrich Birkner v. Dr.cer. Stamperl.

Nach einem Vortrag zum Thema „Politik und Kirche“ wurde bei der Diskussion mehr oder minder nebenbei erwähnt, dass über den Religionsunterricht und den Ethikunterricht angeblich eine neue Gesetzesvorlage vorbereitet werde. Diese Vorlage sieht vor, dass der Ethikunterricht für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend werden soll und man sich von ihm im Gegensatz zum Religionsunterricht nicht abmelden kann. Der Religionsunterricht soll zwar parallel weitergeführt werden, jedoch hätte dann jede Schülerin bzw. jeder Schüler die Möglichkeit, sich davon abzumelden. Das würde bedeuten, dass dann immer weniger Schülerinnen und Schüler den Religionsunterricht besuchen werden, da er ja als zusätzliche Stunde zum Ethikunterricht geführt würde. Wenn eine Mindestanzahl von teilnehmenden Schülerinnen und Schülern nicht erreicht werden sollte, würde der Religionsunterricht ersatzlos gestrichen. Denkt man daran, dass heute in manchen Bezirken bereits in den Volksschulen die katholischen Kinder die Minderheit sind, kann man sich leicht ausrechnen, wie lang es dauern wird, bis es an den Schulen gar keinen Religionsunterricht mehr geben wird.

Weiters ist in diesem Gesetzesentwurf enthalten, dass Religionslehrerinnen und -lehrer den Gegenstand Ethik nicht unterrichten dürfen. Ich frage mich, welche Art und in welcher Form würde Ethik gelehrt werden, wenn nur die Philosophie zu Wort kommt? Es wird zwar mit dieser Regelung das Konkordat nicht direkt angegriffen oder gar außer Kraft gesetzt, aber jedenfalls mehr oder weniger elegant umgangen, denn, wenn es keine Nachfrage mehr gibt, könnte man Religion als Unterrichtsfach leicht und leider auch bedenkenlos streichen. Kurz gefasst dazu, was im Konkordat bezüglich der Regelung des Religionsunterrichts steht: Der Staat bezahlt die Personalkosten, die Kirche bestimmt die Personen, die unterrichten dürfen. Der Staat bezahlt auch die Personalkosten für katholische Privatschulen. Könnte die Umsetzung der Gesetzesvorlage möglicherweise zur Aushebelung des zwischen Vatikan und der Republik Österreich bilateralen Vertrags, eben des Konkordats, führen?

Wir alle kennen die landläufigen Argumente, der Religionsunterricht sei schlecht, die Religionslehrerinnen und -lehrer nicht imstande, den Schülerinnen und Schülern etwas beizubringen und den Unterricht interessant zu gestalten usw. Das können aber allesamt keine Argumente sein, sich dem Wunsch der Linken und leider auch anderer „neuer“ Parteien anzuschließen und den Religionsunterricht generell zu streichen. Die Angriffe auf die Kirchen, nicht nur auf die römisch-katholische Kirche, ebenso auf alle anderen christlichen Kirchen sind sehr diffizil. Es beginnt ja schon im Kindergarten, dass das Martinsfest zum „Ganslessenfest“ wird, der Nikolo nicht mehr kommen darf, weil sich die Kinder vor ihm fürchten könnten, statt dem Christkind der Weihnachtsmann die Geschenke bringt, Ostern zur Urlaubszeit und zum lustigen Eiersuchen verkommt. Ja sogar die Kreuze sollen unter dem Vorwand aus den Klassenzimmern verschwinden, dass man Andersgläubige nicht brüskieren will und darf. Man vergisst aber dabei ganz, dass das Christentum für unser Land und für Europa die kulturelle, geschichtliche und in vielen wesentlichen Bereichen auch die rechtliche Grundlage des Zusammenlebens der Menschen darstellt.

Scheinbar lassen wir es einfach geschehen – selbst manche unserer Bundes- Kartell- und Cartellbrüder unterstützen neuerdings bei den Wahlen Parteien, die diesen antichristlichen Weg unterstützen. Manche katholische Couleurstudenten sind sogar Mandatare oder stehen (noch?) auf Wahllisten für diverse legislative Organe in diesen Parteien und werben um unsere Vorzugsstimmen. Für mich ist das in keiner Weise nachvollziehbar, wenn ich an den von mir geleisteten Burscheneid denke und ihn ernst nehme. Wo ist unser Bekenntnis zum Prinzip Religio? Der MKV hat mit einem Kartellratsbeschluss auf einem Pennälertag festgelegt, dass der MKV für den Fortbestand des Religionsunterrichtes eintritt und verlangt, dass jene Schülerinnen und Schüler, die sich vom Religionsunterricht abgemeldet haben, verpflichtend einen Ethikunterricht besuchen müssen. In der Gesetzesvorlage sieht das ganz anders aus. Doch darf dieser Beschluss des MKV-Kartellrates (siehe dazu https://www.mkv.at/?sys=website&seite=11&detailnews=52) nicht nur ein in einem Ordner abgelegtes Papier und schon gar nicht lediglich eine rein alibihafte Bekundung sein. Es handelt sich dabei um einen fundamentalen Beschluss gemäß unserem Prinzip „Religio“ und jeder MKVer ist verpflichtet, ihm zur Umsetzung zu verhelfen.

 

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